Tagestipps

Freitag 19:05 Uhr Ö1

matrix - computer neue medien

Trotz Querschnittlähmung mobil Oft ist es ein Unfall, manchmal auch eine Krankheit, die das von der Wirbelsäule geschützte Rückenmark in einem Ausmaß verletzt, dass eine Querschnittslähmung die Folge ist. Die Auswirkungen auf das tägliche Leben sind fatal, da die Kommunikation zwischen dem Gehirn und Teilen des Körpers nicht mehr funktioniert. Ein Forscherteam des Instituts für Neurotechnologie der TU Graz hat es sich zur Aufgabe gemacht, betroffenen Menschen zu helfen. Seit Jahren arbeiten die Wissenschafter/innen in einer internationalen Kooperation daran, die fehlerhaft Kommunikation zumindest stellenweise wieder zu aktivieren. So können Betroffene trotz ihrer Querschnittslähmung beispielsweise nach einem Glas Wasser greifen oder selbstständig eine Gabel halten. Möglich ist das mit einer sogenannten Neuro-Prothese, die als eine Art ausgelagertes Nervensystem die Muskeln stimuliert. Steuern können die Betroffenen ihre Neuroprothese selbst - mit der Kraft ihrer Gedanken, wie Sylvia Andrews dokumentiert.

Freitag 20:04 Uhr WDR3

WDR 3 Konzert live

Mit Nicolas Tribes Eroica Zur Eröffnung der neuen Saison widmen sich das WDR Sinfonieorchester und sein Chefdirigent Cristian Macelaru Beethovens Eroica. Im Auftrag des WDR hat der amerikanische Pianist und Musikwissenschaftler Robert Levin eine eigene Fassung der Sinfonie zusammengestellt. Robert Levin hat schon eine ganze Reihe unvollendeter Werke ergänzt, insbesondere von Bach und Mozart. In seiner aktuellen Arbeit orientiert er sich am Kompositionsprozess der dritten Sinfonie von und präsentiert das Stück in einer Rekonstruktion. Die berühmteste Korrektur in der Eroica nahm Beethoven auf dem Titelblatt vor. Er wollte die Sinfonie zunächst Napoleon Bonaparte widmen. Nachdem der sich selbst zum Kaiser gekrönt hatte soll Beethoven den Namen wieder entfernt haben. Ludwig van Beethoven / Robert Levin: Eroica - Reconstructed, Eine Rekonstruktion des Kompositionsprozesses, Uraufführung, Kompositionsauftrag des WDR Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 3 Es-Dur, op. 55 "Eroica" WDR Sinfonieorchester, Leitung: Cristian Macelaru Übertragung aus der Kölner Philharmonie

Freitag 20:05 Uhr NDR Blue

NDR Blue In Concert

Das tägliche Radiokonzert - Heute mit Love A (1/2) Die Post-Punk-Band aus Trier, Köln und Wuppertal hat sich 2010 gegründet - damals hießen sie noch Love Academy. Vier Alben haben sie bisher veröffentlicht, zuletzt erschien im Jahr 2017 die Platte "Nichts Ist Neu". Im gleichen Jahr war die Band auch bei Deutschlands größtem Clubfestival zu Gast: Wir haben für Sie den Mitschnitt von Love A beim Reeperbahn Festival 2017.

Freitag 21:05 Uhr Bayern 2

Hörspiel

Nancys "Negro" Von Karl Bruckmaier Musik: Elliott Sharp Regie: Karl Bruckmaier BR 2020 Ursendung Nancy Cunard lächelt auf Fotos nicht - sie starrt einer Welt am Abgrund provozierend und voller Verachtung ins dekadente Gesicht. Sie kennt diese Fratze der großbürgerlichen Fettleber, stammt sie doch aus dem Reeder-Haushalt Cunard, von dem sie sich bereits als Kind angeekelt abwendet. Sie flieht schließlich nach Paris, in Avantgarde-Zirkel um Man Ray, Samuel Beckett, Aldous Huxley, Tristan Tzara oder James Joyce, den sie in ihrem Verlag "The Hours Press" auch herausbringen wird. In Venedig lauscht sie einer dort gestrandeten Jazz-Kapelle, die sich "Eddie South"s Alabamians" nennt. Nancy verliebt sich in den Pianisten Henry Crowder, und es beginnt eine langjährige Liebes- und Arbeitsbeziehung. Die durchscheinend weiße Nancy erinnert sich, schon als Kind von Afrikanern geträumt zu haben: "Die trommeln und tanzen, und ich war eine von ihnen, obwohl immer noch weiß." Gilt ihre Begeisterung anfangs afrikanischer Kunst, so lernt sie durch die Beziehung zu diesem afro-amerikanischen Mann die politische Dimension des alltäglichen Rassismus" in Europa und den USA kennen. Die bekennende Salon-Kommunistin beschließt, ein Standardwerk über schwarze Kultur in Amerika, Europa, den West Indies und Afrika zu kompilieren, das mit Erscheinen jeder Art von weißer Überheblichkeit ein Ende bereiten würde - es beginnt die jahrelange Jagd nach Bildern und Texten, die sie mehrfach um die Welt führt und finanziell ruiniert. 1934 erscheint schließlich das zu teure, zu dicke, zu radikale Buch mit dem Titel: "Negro. An Anthology" - dessen Erstauflage fast gänzlich beim Bombardement Londons durch Nazi-Deutschland verbrannt ist. "Negro" wirkt heute wie das erste Punk-Fanzine der Musik- und Kulturgeschichte. Die Ordnungsprinzipien sind willkürlich, die Qualität der Texte wechselt von Seite zu Seite, die Materialfülle überfordert den heutigen wie den damaligen Leser. Für die im August 2020 erschienene deutsche Ausgabe in der kursbuch.edition traf Karl Bruckmaier aus den Seiten eines Lebenstraums eine Auswahl, die es ermöglicht, ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie der bis heute anhaltende Kampf um Anerkennung und Gleichberechtigung sich vor einhundert Jahren angefühlt hat. Im Hörspiel "Nancys "Negro"" treffen die Texte - gebildete Analysen, Erfahrungsberichte, Spirituals, Pamphlete, nie aufgenommene Bluesnummern von mehr als einem Dutzend Autor*innen überwiegend aus der sogenannten "Harlem Renaissance" - auf die Musik von Elliott Sharp und die Stimmen von Tracie Morris und Mykel Banks. Mit Textausschnitten von Gladis Berry Robinson, Bob Scanlon, William Carlos Williams, Countee Cullen, Henry Crowder, John L. Spivak, T. Thomas Gordon Fletcher, William Pickens, Lawrence Gellert, Langston Hughes, Robert Goffin, Nancy Cunard, Zora Neal Hurston, George Antheil, Sterling Brown Karl Bruckmaier, geb. 1956, Autor, Moderator und Hörspielregisseur. Werke unter anderen The Story of Pop (2014). BR-Hörspiele unter anderen Kimako"s Blues People & The Nuyorican Poets Cafe Present (BR 1994), Chronik der Gefühle (von Alexander Kluge, Bearbeitung und Regie, BR 2009), Am Königsweg (von Elfriede Jelinek, Regie, BR 2017), Das neue Alphabet (von Alexander Kluge, Bearbeitung und Regie, BR 2019).

Freitag 22:04 Uhr WDR5

U 22 - Unterhaltung nach zehn

Zwei Schweizer Ausnahmekünstlerinnen - Vom Blues-Jodeln zur Halluzination Von Ariane Jacobi Wieso Erika Stucky Gewinnerin des Schweizer Grand Prix Musik 2020 ist und was Sophie Hungers Küche mit ihrem aktuellen Album "Halluzinationen" zu tun hat. Vom Eggishorn im Wallis nach Berlin.

Freitag 22:05 Uhr Deutschlandfunk

Milestones - Jazzklassiker

Sonny Rollins "The Bridge" (1962) Zwischen Himmel und Erde Am Mikrofon: Karsten Mützelfeldt Hinter dem Titel der Sonny Rollins-Platte "The Bridge" verbirgt sich eine der besonders gern erzählten Geschichten des Jazz. Sie handelt von Rückzug, Exil und triumphaler Rückkehr eines bedeutenden Jazzmusikers auf die Szene. Heute ist Rollins der letzte große Überlebende der Bebop-Generation - am 7. September wurde er 90. Jahre alt. "Ich zog mich zum ersten Mal 1959 aus der Szene zurück." erinnert sich Rollins. "Ich hatte einen Job mit dem Schlagzeuger Elvin Jones. Es lief nicht bei mir und ich dachte, ich sei einfach noch nicht bestens vorbereitet. Das ärgerte mich sehr. Also sagte ich mir: Entweder du machst weiter und musst mit solch schlechten Nächten leben oder du reißt dich zusammen und arbeitest an dir und all den anderen Dingen, an denen du arbeiten musst." Sonny Rollins entschließt sich, eine Auszeit zu nehmen und zwei Jahre lang nicht öffentlich aufzutreten, um sich zu als Künstler weiterzuentwickeln. Tag und Nacht stellt er sich auf die New Yorker Williamsburg Bridge, um dort zu üben, über sich den Himmel und im Gesicht den Wind. Direkt nach seiner Rückkehr in die Jazz-Clubs geht Rollins mit dem Gitarristen Jim Hall, dem Bassisten Bob Cranshaw und dem Schlagzeuger Ben Riley ins Studio und nimmt eines seiner schönsten und berühmtesten Alben auf, sinniger Titel: "The Bridge".

Freitag 23:00 Uhr rbb Kultur

MUSIK DER KONTINENTE

mit Peter Rixen Afrikanische Legenden Lange bevor populäre Musik aus Afrika ihren Weg in den Westen fand, schufen Gruppen wie die Super Rail Band aus Mali, das Orchestre Poly-Rythmo de Cotonou aus Benin oder das senegalesische Orchestra Baobab die Grundlagen für einen groovebetonten, urbanen Sound, der inzwischen auch von einem jungen westlichen Publikum wiederentdeckt wird. bis 00:00 Uhr Deine Ohren werden Augen machen. 12. September - 18. September 2020 Deine Ohren werden Augen machen. 12. September - 18. September 2020

Freitag 23:00 Uhr Cosmo

COSMO Live

Asa Gilberto Rodriguez - Nach einem Sommer ohne Festivals stehen wir euch auch im Herbst zur Seite und bringen weiter Live-Musik ins Radio. Neben Asa, Singer-Songwriterin aus Lagos, die Anfang des Jahres noch ein corona-freies Konzert in München geben konnte, gibt es für euch heute mit Gilberto Rodriguez y los Intocables ein Highlight des französischen Festivals Trans Musicales aus dem letzten Jahr in COSMO Konzerte. Geboren in Paris, aufgewachsen in Lagos, hat sich A?a vor zwölf Jahren zuerst ins Herz der Franzosen gespielt. Sie gewann den begehrten Prix Constantin, stand im Vorprogramm von Beyoncé und John Legend auf der Bühne und wurde anschließend zu einem der größten Stars Nigerias. Sie singt über Liebe, Schmerz, Freude und Lust. Damals noch begleitet von ihrer Gitarre ist die nigerianisch-französische Singer-Songwriterin quasi über Nacht zum Global-Pop Star geworden. Mittlerweile hat sie ihr Soundspektrum erweitert. Die Gitarre bekommt Unterstützung von Drums, Klavier und E-Gitarren. Ihre Stimme bleibt gewohnt intim und gefühlvoll. Gilberto Rodriguez stammt aus San Francisco und dekonstruiert mit seiner Begleitband Los Intocables lateinamerikanische Rhythmen und setzt sie neu zusammen. Es entstehen fast schon hypnotische Sounds. Dazu kombinieren er und seine Band Jazz und Rock-Elemente. Aufgenommen am 27.02.20 im Ampere Club in München und 2019 bei der Trans Musicales in Rennes.

Freitag 23:03 Uhr SWR2

SWR2 NOWJazz

Sonic Genome - Anthony Braxtons Mammutprojekt beim Jazzfest Berlin 2019 Von Julia Neupert Es war in vieler Hinsicht eine besondere Festival-Eröffnung: 60 Musiker*innen bespielten sechs Stunden lang die verschiedenen Ausstellungsräume im Berliner Martin-Gropius-Bau - entlang einer Klangspur, die der Komponist Anthony Braxton für sie ausgelegt hatte: "Sonic Genome" heißt seine Komposition, in der aus unterschiedlichen Modulen verschiedene Makro- und Mikrobewegungen entstehen. Die Aufnahmen dieses denkwürdigen Abends beim letztjährigen Jazzfest Berlin hat Braxton zusammen mit James Fei zu einer 50-minütigen Radiokomposition verdichtet, die wir Ihnen heute präsentieren. Anthony Braxton: Sonic Genome Gesang: Kyoko Kitamura, Anne Rhodes, Georgina Darvidis, Cymin Samawatie, Defne Þahin, Cansu Tanrýkulu, Dora Osterloh Violine: Jean Cook, Lizzy Welsh, Fabiana Striffler, Erica Dicker, Gregoire Simon, Jessica Pavone Cello: Anil Eraslan, Isabelle Klemt, Judith Hamann Gambe, Kontrabass: Chris Dahlgren Kontrabass: Jacques Emery, Antonio Borghini, Ralf Schwarz Flöte, Klarinette: Aviva Endean Flöte: Sabine Vogel, Vincent Bababoutilabo, Tilmann Dehnhard Blockflöte: Susanne Fröhlich Klarinette: Mona Matbou Riahi, Anat Cohavi, Michael Thieke Bassklarinette: Milian Vogel Klarinette, Saxofon: Davide Lorenzon, Viktor Wolf Saxfon: Ingrid Laubrock, Andrew Raffo Dewar, Paul Berberich, Daniel Glatzel Baritonsaxo fon: André Vida Fagott: Sara Schoenbeck, Katie Young Trompete: Peter Knight, Brad Henkel, Johannes Böhmer, Magnus Schriefl Posaune: Till Künkler, Matthias Müller, James Macauley, Hilary Jeffery Tuba: Robin Hayward, Dan Peck Koto: Naoko Kikuchi Kanun: Bassem Alkhouri Oud, Gitarre: Mahan Mirarab E-Gitarre: Kalle Zeier Harfe: Julia Wacker Akkordeon: Adam Matlock Klavier, Melodica: Alexander Hawkins Klavier: Niko Meinhold Vibraphon, Perkussion: Maria Schneider Musikalische Leitung: Anthony Braxton, James Fei, Chris Jonas Ton: Tjark Völker Mischung: James Fei Produktion: Jazzfest Berlin/Deutschlandfunk Kultur/ARD/Tri-Centric Foundation 2019- 20

Freitag 23:05 Uhr Bayern 2

Nachtmix

Brazilliance Neues von Sessa, Neuartiges von Fernando Falcao und Caetano Veloso mit seinen Söhnen Willkommen zu einer neuen Ausgabe von Brazilliance, elegante Musik aus Brasilien, im Zuge der anhaltenden Wiederveröffentlichungswelle vor allem in Vinyl werden wir uns auch heute wieder überwiegend mit historischen Delikatessen aus den vergangenen fünf Jahrzehnten beschäftigen. Das heißt mit Edu Lobo und Maria Bethania, Hareton Salvanini, Tim Maia, Fernando Falcao, und, aktuell Caetano Veloso mit seinen Söhnen sowie dem Newcomer Sessa aus Sao Paulo.

Samstag 00:05 Uhr SWR2 Rheinland-Pfalz

SWR2 LIVE

Currentzis" Midnight Lounge Ein nächtlicher Austausch über seltene und ungewöhnliche Musikaufnahmen Die Geigerin Patricia Kopatchinskaja trifft den Chefdirigenten des SWR Symphonieorchesters, Teodor Currentzis (Liveübertragung aus dem SWR Funkhaus in Stuttgart) Er liebt das Radio. Er liebt ungewöhnliche Musik. Und die besondere Atmosphäre der nächtlichen Stunden. In SWR2 gestaltet der Dirigent Teodor Currentzis eine eigene Radioshow. Freitagnacht, nach seinem Konzert mit dem SWR Symphonieorchester und live, in diesem Fall aus dem SWR Funkhaus in Stuttgart. (Wiederholung, Sonntag, 20. September, 21.15 Uhr)

Samstag 00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Lange Nacht

Der deutsche Film kann auch anders Eine Lange Nacht über Kino in der Wendezeit Von Josef Schnelle Regie: Uta Reitz Ein guter Sohn gaukelt seiner Mutter aus lauter Liebe eine DDR vor, die so nie existiert hat. Zwei ungleiche Brüder - Kipp und Most - machen sich auf den Weg, um an der Ostsee ein - wie sie glauben - reiches Erbe anzunehmen. Ein sympathischer junger Mann will endlich die romantische Liebe finden, aber er sucht sich dafür absolut den Falschen aus und findet doch als bewegter Mann für andere das Glück. Am kürzeren Ende der Sonnenallee in Ostberlin fiebert eine Gruppe von Jugendlichen dem Abitur entgegen. Die Mauer steht noch. Kann man sie tanzend überwinden? Das kümmert den Kreuzberger Kieztroll Herrn Lehmann reichlich wenig, denn er sorgt sich um seinen Freund Karl, der im narkotisierten geschlossenen Paralleluniversum Frontstadtberlins verloren gegangen ist. Geschichten aus Deutschland, die eines gemeinsam haben. Sie waren die Erfolgsfilme für ein Millionenpublikum und schufen Filmfiguren, die Kultstatus erreichten. Was war eigentlich los im deutschen Film vor 30 Jahren? "Good Bye, Lenin!" und "Die Innere Sicherheit", "Sonnenallee" und "Herr Lehmann", "Der bewegte Mann" und "Wir können auch anders" verraten viel über den Zeitgeist zur Wendezeit. Der Schauspieler Joachim Król, der Drehbuchautor Thomas Brussig und die Filmregisseure Wolfgang Becker, Leander Haußmann, Christian Petzold und Sönke Wortmann begleiten uns in eine wild-romantische Revue mit viel Musik, mit Einsichten und Aussichten über eine Zeit, als das Wünschen - zumindest im Deutschen Film - noch geholfen hat.

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