Spezialtipp

Sonic Genome

Bild: SWR/Adam Janisch

Freitag, 23:03 Uhr SWR2

SWR2 NOWJazz

Sonic Genome

Anthony Braxtons Mammutprojekt beim Jazzfest Berlin 2019. Bild: Anthony Braxton mit seinem Projekt Sonic Genome beim Jazzfest Berlin 2019.

Tagestipp

Heute, 23:03 Uhr SWR2

SWR2 NOWJazz

Sonic Genome - Anthony Braxtons Mammutprojekt beim Jazzfest Berlin 2019 Von Julia Neupert Es war in vieler Hinsicht eine besondere Festival-Eröffnung: 60 Musiker*innen bespielten sechs Stunden lang die verschiedenen Ausstellungsräume im Berliner Martin-Gropius-Bau - entlang einer Klangspur, die der Komponist Anthony Braxton für sie ausgelegt hatte: "Sonic Genome" heißt seine Komposition, in der aus unterschiedlichen Modulen verschiedene Makro- und Mikrobewegungen entstehen. Die Aufnahmen dieses denkwürdigen Abends beim letztjährigen Jazzfest Berlin hat Braxton zusammen mit James Fei zu einer 50-minütigen Radiokomposition verdichtet, die wir Ihnen heute präsentieren. Anthony Braxton: Sonic Genome Gesang: Kyoko Kitamura, Anne Rhodes, Georgina Darvidis, Cymin Samawatie, Defne Þahin, Cansu Tanrýkulu, Dora Osterloh Violine: Jean Cook, Lizzy Welsh, Fabiana Striffler, Erica Dicker, Gregoire Simon, Jessica Pavone Cello: Anil Eraslan, Isabelle Klemt, Judith Hamann Gambe, Kontrabass: Chris Dahlgren Kontrabass: Jacques Emery, Antonio Borghini, Ralf Schwarz Flöte, Klarinette: Aviva Endean Flöte: Sabine Vogel, Vincent Bababoutilabo, Tilmann Dehnhard Blockflöte: Susanne Fröhlich Klarinette: Mona Matbou Riahi, Anat Cohavi, Michael Thieke Bassklarinette: Milian Vogel Klarinette, Saxofon: Davide Lorenzon, Viktor Wolf Saxfon: Ingrid Laubrock, Andrew Raffo Dewar, Paul Berberich, Daniel Glatzel Baritonsaxo fon: André Vida Fagott: Sara Schoenbeck, Katie Young Trompete: Peter Knight, Brad Henkel, Johannes Böhmer, Magnus Schriefl Posaune: Till Künkler, Matthias Müller, James Macauley, Hilary Jeffery Tuba: Robin Hayward, Dan Peck Koto: Naoko Kikuchi Kanun: Bassem Alkhouri Oud, Gitarre: Mahan Mirarab E-Gitarre: Kalle Zeier Harfe: Julia Wacker Akkordeon: Adam Matlock Klavier, Melodica: Alexander Hawkins Klavier: Niko Meinhold Vibraphon, Perkussion: Maria Schneider Musikalische Leitung: Anthony Braxton, James Fei, Chris Jonas Ton: Tjark Völker Mischung: James Fei Produktion: Jazzfest Berlin/Deutschlandfunk Kultur/ARD/Tri-Centric Foundation 2019- 20

Konzerttipp

Heute, 20:04 Uhr WDR3

WDR 3 Konzert live

Mit Nicolas Tribes Eroica Zur Eröffnung der neuen Saison widmen sich das WDR Sinfonieorchester und sein Chefdirigent Cristian Macelaru Beethovens Eroica. Im Auftrag des WDR hat der amerikanische Pianist und Musikwissenschaftler Robert Levin eine eigene Fassung der Sinfonie zusammengestellt. Robert Levin hat schon eine ganze Reihe unvollendeter Werke ergänzt, insbesondere von Bach und Mozart. In seiner aktuellen Arbeit orientiert er sich am Kompositionsprozess der dritten Sinfonie von und präsentiert das Stück in einer Rekonstruktion. Die berühmteste Korrektur in der Eroica nahm Beethoven auf dem Titelblatt vor. Er wollte die Sinfonie zunächst Napoleon Bonaparte widmen. Nachdem der sich selbst zum Kaiser gekrönt hatte soll Beethoven den Namen wieder entfernt haben. Ludwig van Beethoven / Robert Levin: Eroica - Reconstructed, Eine Rekonstruktion des Kompositionsprozesses, Uraufführung, Kompositionsauftrag des WDR Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 3 Es-Dur, op. 55 "Eroica" WDR Sinfonieorchester, Leitung: Cristian Macelaru Übertragung aus der Kölner Philharmonie

Hörspieltipp

Heute, 21:05 Uhr Bayern 2

Hörspiel

Nancys "Negro" Von Karl Bruckmaier Musik: Elliott Sharp Regie: Karl Bruckmaier BR 2020 Ursendung Nancy Cunard lächelt auf Fotos nicht - sie starrt einer Welt am Abgrund provozierend und voller Verachtung ins dekadente Gesicht. Sie kennt diese Fratze der großbürgerlichen Fettleber, stammt sie doch aus dem Reeder-Haushalt Cunard, von dem sie sich bereits als Kind angeekelt abwendet. Sie flieht schließlich nach Paris, in Avantgarde-Zirkel um Man Ray, Samuel Beckett, Aldous Huxley, Tristan Tzara oder James Joyce, den sie in ihrem Verlag "The Hours Press" auch herausbringen wird. In Venedig lauscht sie einer dort gestrandeten Jazz-Kapelle, die sich "Eddie South"s Alabamians" nennt. Nancy verliebt sich in den Pianisten Henry Crowder, und es beginnt eine langjährige Liebes- und Arbeitsbeziehung. Die durchscheinend weiße Nancy erinnert sich, schon als Kind von Afrikanern geträumt zu haben: "Die trommeln und tanzen, und ich war eine von ihnen, obwohl immer noch weiß." Gilt ihre Begeisterung anfangs afrikanischer Kunst, so lernt sie durch die Beziehung zu diesem afro-amerikanischen Mann die politische Dimension des alltäglichen Rassismus" in Europa und den USA kennen. Die bekennende Salon-Kommunistin beschließt, ein Standardwerk über schwarze Kultur in Amerika, Europa, den West Indies und Afrika zu kompilieren, das mit Erscheinen jeder Art von weißer Überheblichkeit ein Ende bereiten würde - es beginnt die jahrelange Jagd nach Bildern und Texten, die sie mehrfach um die Welt führt und finanziell ruiniert. 1934 erscheint schließlich das zu teure, zu dicke, zu radikale Buch mit dem Titel: "Negro. An Anthology" - dessen Erstauflage fast gänzlich beim Bombardement Londons durch Nazi-Deutschland verbrannt ist. "Negro" wirkt heute wie das erste Punk-Fanzine der Musik- und Kulturgeschichte. Die Ordnungsprinzipien sind willkürlich, die Qualität der Texte wechselt von Seite zu Seite, die Materialfülle überfordert den heutigen wie den damaligen Leser. Für die im August 2020 erschienene deutsche Ausgabe in der kursbuch.edition traf Karl Bruckmaier aus den Seiten eines Lebenstraums eine Auswahl, die es ermöglicht, ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie der bis heute anhaltende Kampf um Anerkennung und Gleichberechtigung sich vor einhundert Jahren angefühlt hat. Im Hörspiel "Nancys "Negro"" treffen die Texte - gebildete Analysen, Erfahrungsberichte, Spirituals, Pamphlete, nie aufgenommene Bluesnummern von mehr als einem Dutzend Autor*innen überwiegend aus der sogenannten "Harlem Renaissance" - auf die Musik von Elliott Sharp und die Stimmen von Tracie Morris und Mykel Banks. Mit Textausschnitten von Gladis Berry Robinson, Bob Scanlon, William Carlos Williams, Countee Cullen, Henry Crowder, John L. Spivak, T. Thomas Gordon Fletcher, William Pickens, Lawrence Gellert, Langston Hughes, Robert Goffin, Nancy Cunard, Zora Neal Hurston, George Antheil, Sterling Brown Karl Bruckmaier, geb. 1956, Autor, Moderator und Hörspielregisseur. Werke unter anderen The Story of Pop (2014). BR-Hörspiele unter anderen Kimako"s Blues People & The Nuyorican Poets Cafe Present (BR 1994), Chronik der Gefühle (von Alexander Kluge, Bearbeitung und Regie, BR 2009), Am Königsweg (von Elfriede Jelinek, Regie, BR 2017), Das neue Alphabet (von Alexander Kluge, Bearbeitung und Regie, BR 2019).

Featuretipp

Heute, 09:05 Uhr Bayern 2

radioWissen

Vulkane in Deutschland Schlafende Riesen Flechten Phänomenale Überlebenskünstler Das Kalenderblatt 18.9.1977 Voyager 1 nimmt erstes Bild auf, auf dem Erde und Mond zusammen zu sehen sind Von Katharina Hübel Vulkane in Deutschland - schlafende Riesen Autor: Georg Gruber / Regie: Rainer Schaller In Vulkanausbrüchen zeigt sich die ungebändigte Kraft der Erde. Lavaströme, Glut- und Aschewolken sind dabei nicht nur eine Gefahr für die direkte Umgebung - je nach Wetterlage können Aschewolken den Flugverkehr zum Erliegen bringen, wie nach dem Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökulls im Jahr 2010, und sogar Auswirkungen auf das Klima haben. In Europa liegen die meisten aktiven Vulkane in Island und Italien, so wie Ätna, Stromboli oder Vesuv. Aber auch in Deutschland gibt es Vulkanismus, zum Beispiel in der Eifel und in der Oberpfalz. Für Wissenschaftler ist besonders die Eifelregion interessant, hier war der letzte große Ausbruch vor 12.900 Jahren. Gesteinsbrocken wurden damals über zwei Kilometer weit aus dem Krater herausgeschleudert, noch heute zeugen von dem Ausbruch meterhohe Ablagerungen, feine Asche wurde über ganz Europa verstreut. Im so entstandenen Laacher See, dem größten Maar der Eifel, wird heute gebadet und gesurft. Auch wenn aktuell kein Ausbruch zu befürchten ist, gibt es doch Anzeichen, dass sich unter dem See wieder Magmakammern füllen. Jüngst haben Wissenschaftler festgestellt, dass sich dort die Erde hebt. Das Kapitel Vulkanismus in Deutschland ist also noch nicht zu Ende. Und: Auch in München gibt es Vulkane - in den Versuchslaboren der Vulkanologen der Ludwig-Maximilians-Universität. Flechten - phänomenale Überlebenskünstler Autorin: Bettina Weiz / Regie: Silke Wolfrum Flechten sind Überlebenskünstlerinnen: Sie gedeihen in Wüsten, in Dschungeln, als erste Wesen nach Vulkanausbrüchen, in der Arktis, und sogar im Weltall haben sie bei einem Versuch mal zwei Wochen überlebt. Das Erfolgsrezept: Zusammenarbeit. Eine Flechte ist nicht etwa eine Pflanze, sondern eine Gemeinschaft aus Pilzen und Algen. Wie das Teamwork dieser sehr ungleichen Partner genau funktioniert, wird immer noch erforscht. Jedenfalls wachsen Flechten nicht nur an extremen Standorten. Auch in Bayern sind sie verbreitet: in Wäldern und auch in Städten, sogar in Eisenbahnunterführungen, auf Grabsteinen und dem einen oder anderen Metallgitter sind sie zu finden. Manche sind tausend und mehr Jahre alt. Bettina Weiz ist ihnen gemeinsam mit einem Flechtenspezialisten auf der Spur, im Wald, im Labor und in der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie, eine der botanischen Schatztruhen der Welt. Moderation: Thies Marsen Redaktion: Matthias Eggert

Podcast

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Die Legende vom Hohlweg

Im kleinen Ort Chestwick in Südengland wird in einem Hohlweg die Leiche einer jungen Frau gefunden. Sofort erwachen Stimmen, die die alte Legende vom Hohlweg beschwören, nach der einst ein Hexer dort sein Unwesen getrieben haben soll. Pater Brown jedoch glaubt nicht an Geister und macht sich an die Nachforschungen. Die Spuren führen in ein Erziehungsheim für Mädchen und zu einem nahe gelegenen Gutshof. Pater Brown muss die Fäden entwirren, die ein gefährlicher Mörder für ihn gesponnen hat.

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